Der Anteil des Fahrrades ist bei den älteren Menschen mit 6 – 8 % an allen Wegen relativ konstant und nimmt erst bei den Hochbetagten (über 85-Jährige) signifikant auf ca. 2 % ab. Diese Abnahme, die übri-gens noch viel stärker bei der Benützung des Pkw zu erkennen ist, ist vor allem bedingt durch körperliche Einschränkungen.

 

Vom Beliebtheitsgrad jedoch liegt das Radfahren bei älteren Men-schen sehr weit vorn. Besonders im Freizeitbereich wird das Fahrrad immer populärer, was natürlich auch mit der Zunahme von Pedelecs oder auch E-Fahrrädern bei dieser Zielgruppe zusammenhängt. Auch im Alltag könnte das Fahrrad eine wirkliche Alternative darstellen, zumal ja der Aktionsradius bei älteren Menschen, vor allem nach der Pensionierung, signifikant kleiner wird. Und Radfahren im Alter bietet eine große Zahl an Vorteilen, von denen vor allem der positive gesundheitliche Effekt auf die Radfahrenden hervorzuheben ist.

Einige Einschränkungen, die das Alter mit sich bringen können durch passende Fahrräder bzw. auch Elemente am Fahrrad sowie Ausrüs-tung kompensiert werden. Fahrräder mit tiefen Durchstiegen, Beque-me Sättel, Rückspiegel, stabile Fahrradständer, adäquate Griffe oder gegebenenfalls auch Dreiräder sind dazu zu zählen.

Sicherheitsaspekte stellen die größten Hemmschwellen gegenüber dem Radfahren bei älteren Menschen dar. Ob diese subjektiv empfunden sind oder ob es sich tatsächlich auch um objektiv gefährliche Situationen handelt, spielt dabei keine Rolle. „Zu schnelle Autos", „Zu knappes Überholen durch Autos", „plötzlich sich öffnende Auto-türen", „komplexe Handlungserfordernisse", „Mischung von Fuß- und Radverkehr auf derselben Fläche", „unver-mutend auftretende Schäden am Radweg bzw. Belag", „verparkte Radwege", „Schienen" oder „Randsteinkanten" – all diese Punkte bereiten älteren Menschen Probleme.

Lösungen für diese genannten Probleme können unterschiedlich aussehen und reichen von einfachen Schulungs-maßnahmen und Bewusstseinsbildung über verstärkte Überwachung (Geschwindigkeiten von Pkw, Parken) bis hin zu baulichen Eingriffen. Oft macht es auch Sinn, die Organisation des Verkehrs zu überdenken. (z. B. beim Linksabbiegen). 

Menschen, die nicht ohnedies bereits regelmäßige RadfahrerInnen sind und die sich eventuell unsicher im Straßen-verkehr fühlen, brauchen einen zusätzlichen Motivationsschub, um das Radfahren tatsächlich auch einmal praktisch in Angriff zu nehmen. Ob es gesundheitliche Aspekte sind, die diese Motivation auslösen können oder Imagegründe oder nur die Freude an gemeinsamen Unternehmungen ist individuell abzutesten. Kurse, die älteren Menschen das Wiedereinsteigen ins Radfahren erleichtern oder Pedelec-Testaktionen wären weitere Maßnahmen

QUELLE: GV.at